Nach der bereits abgeschlossenen rund zweijährigen Aufbauphase in Langen, in der das Projekt den ODDSET-Zukunftspreis des Hessischen Sports gewann, wird in den Jahren 2009 und 2010 ein weiterer Projektstandort in Rodgau aufgebaut, und es werden einzelne konzeptuelle Bestandteile, darunter die Anerkennungskultur für Unterstützer und Förderer des Projekts, weiterentwickelt. Darüber hinaus erhalten weitere hessische Standorte Angebote für eine persönliche Beratung und Unterstützung bei der Übernahme des Konzepts.
Projektbeteiligte
JOBfit ist ein Projekt des Kreises Offenbach, das seit August 2006 in Kooperation mit Mitgliedsvereinen des Sportfördervereins Langen und seit 2009 mit der Turngesellschaft 1895 sowie der Turngemeinde 1888 Sportverein 1915 in Jügesheim durchgeführt wird. Wissenschaftlich begleitet wird das JOBfit-Projekt vom Institut für Soziale Infrastruktur, Frankfurt am Main.
Ziel des Projekts
Nach wie vor ist die Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für junge Menschen mit schwierigem sozialen Hintergrund prekär. Besonders schlecht stehen die Chancen junger Menschen, eine Lehrstelle zu finden, wenn sie, wie beispielsweise in Migrantenfamilien, nicht über soziale Netzwerke verfügen, in denen persönliche Beziehungen zu einem Ausbildungsplatz verhelfen können. Firmen lehnen oft Bewerberinnen und Bewerber mangels Ausbildungsreife ab und verzichten vor diesem Hintergrund auf eine Ausbildung in ihrem Betrieb. Die beteiligten Vereine möchten vor diesem Hintergrund jungen Sportlerinnen und Sportlern, die ihre Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft unter Beweis gestellt haben, Hilfestellungen auf dem Weg ins Berufsleben geben.
Arbeitsinhalte und -verfahren
Geboten werden den jugendlichen Vereinsmitgliedern Hilfestellungen bei der Entwicklung von ausbildungsrelevanten Schlüsselkompetenzen durch Übungsleiterinnen und -leiter, die Begleitung in der Bewerbungsphase durch einen Joblotsen sowie Referenzen zur Ausbildungseignung durch den Vereinsvorstand. Verlangt wird im Gegenzug eine Orientierung an den Idealen des Sports, an Selbstdisziplin, Teamfähigkeit, Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit. Abgesehen von der Einrichtung der Joblotsen-Stelle wird das Projekt im Wesentlichen vom ehrenamtlichen Engagement der Trainerinnen, Trainer und Vorstandsmitglieder getragen.
Kooperationspartner
Das JOBfit-Projekt ist in seiner praktischen Arbeit in zahlreiche lokale Netzwerke eingebunden und kooperiert u. a. mit der Arbeitsverwaltung, der Industrie- und Handelskammer, Schulen und anderen Arbeitsmarktprojekten, darunter STARegio und Berufs-Wege-Begleitung. Ein Projektbeirat mit Vertreterinnen und Vertretern von Organisationen auf regionaler und Landesebene leistet zudem Beratung und bei Bedarf praktische Unterstützung.
Bisherige Ergebnisse
62 Jugendliche wurden seit Beginn des JOBfit-Projekts betreut, davon 25 im Folgeprojekt seit Beginn 2009. 32 Jugendliche wurden in Ausbildungsplätze und Praktika vermittelt. Darüber hinaus wurde eine Informationsbroschüre für andere interessierte Sportvereine erarbeitet, die auf der Projekt-Website www.projekt-jobfit.de heruntergeladen werden kann.
Ein Jugendlicher über das JOBfit-Projekt:
„Als ich das erste Mal von JOBfit hörte, konnte ich die Zusammenhänge noch gar nicht verstehen. Mein Trainer machte den ersten Kontakt zum Job- und Engagement-Lotsen und ich war überrascht, mit welcher Intensität sich diese Menschen fortan um mich kümmerten. Viele Dinge wurden mir in langen Gesprächen und während der engen Zusammenarbeit mit den JOBfit-Mitarbeitern klar, – und das alles nur, weil ich im Sportverein das machte, das mir ohnehin viel Spaß machte. JOBfit ist ein tolles Programm für alle, die sich genauso intensiv darauf einlassen wie auf ihren Sport. Erst ein Praktikum, dann der Ausbildungsplatz – besser konnte es für mich, trotz mittelmäßiger Schulnoten, nicht laufen.“