Weichen der Lebens- und Berufsplanung richtig stellen

Studium/Pixelio: Klaus-Uwe Gerhardt

Rund eine Million Euro stellt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst für drei Hochschulprojekte zur Vorbereitung Studierender auf ihre berufliche Zukunft und die Herausforderungen des Arbeitsmarktes zur Verfügung. Im Blickpunkt stehen dabei besonders die Übergänge von der Schule in die Hochschule beziehungsweise von der Hochschule in das Berufsleben. Die Finanzierung der Projekte an den Universitäten Marburg und Kassel und an der Fachhochschule Frankfurt am Main erfolgt je zur Hälfte aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes.

"Viele junge Menschen ganz unterschiedlicher sozialer, nationaler und kultureller Herkunft stehen irgendwann vor Fragen wie 'Studieren? Job? Weiterbildung? Was bringt mich weiter?' Diese Hochschulprojekte können helfen, wichtige Weichen der Lebens- und Berufsplanung richtig zu stellen", sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann. "Ausgehend von der Erkenntnis, dass ein Wechsel um so reibungsloser verläuft, je besser der Betroffene auf das, was ihn erwartet, vorbereitet ist, werden hier Studien- und Berufsorientierung geboten, Brücken gebaut und Fähigkeiten vermittelt, die der Wechsel in die nächste Ausbildungsphase oder in den Berufseinstieg fordert."

Das Programm "Beruf - Uni - Ich? Mein Schlüssel zum Arbeitsmarkt" der Philipps-Universität Marburg begleitet die Teilnehmer im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften über die Dauer des gesamten Studiums. Es handelt sich um ein modularisiertes Angebot im Schlüsselqualifikationsbereich, das an den individuellen Stärken und Schwächen sowie den beruflichen Perspektiven der Teilnehmer ansetzt. Dabei reflektieren die Teilnehmer ihren jeweiligen Entwicklungsprozess und formulieren schließlich ihre weiteren Ziele für die nächste Ausbildungsphase oder den Berufseinstieg. 

Ziel des Projekts der Universität Kassel - "Maßnahmen zur Verminderung des ingenieurwissenschaftlichen Fachkräftemangels in kleinen und mittleren Unternehmen" - ist es, durch umfangreiche Beratung, intensive persönliche Betreuung der Studierenden und stärkeren Praxisbezug die Absolventenzahl ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge zu erhöhen und die Abbrecherquote zu senken. Falls sich ein Abbruch nicht vermeiden lässt, soll durch individuelle Beratung eine berufliche Integration der Betroffenen in Metall- und Elektroausbildung auf Facharbeiterebene ermöglicht werden. Das beispielhaft im Fachbereich Maschinenbau angesiedelte Projekt soll später auch auf andere Fachbereiche übertragen werden.

Das Projekt "Chancen bilden" der Fachhochschule Frankfurt am Main setzt bereits in der Schule an. Die Fachhochschule unterstützt Schülerinnen und Schüler der Oberstufen bei der Wahl des für sie passenden Studiengangs und bei ihrem Einstieg ins Studium. Durch eine Verbesserung der Studienorientierung und der Studierfähigkeit, insbesondere in der Zielgruppe sozial benachteiligter Schüler, soll der Studienerfolg verbessert und die Abbrecherquote verringert werden. Das Unterstützungsangebot umfasst die letzte schulische Phase vor dem Abitur und die Studieneingangsphase.