Das ESF+-Förderprogramm „Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen“ (QuB) unterstützt in Hessen junge Menschen mit besonderen Förderbedarfen beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Ziel des Programms ist es, die Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmenden zu verbessern und eine nachhaltige Integration in Ausbildung und Beschäftigung zu unterstützen.
Der vorliegende Zwischenbericht untersucht die Umsetzung und erste Ergebnisse des Programms in den ersten beiden Förderrunden der Förderperiode 2021-2027. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung und den Wirkungen betrieblicher Praktika. Methodisch basiert die Evaluation auf einem Mixed-Methods-Ansatz. Ausgewertet wurden ESF+-Monitoringdaten, Projektkonzepte, förderrelevante Dokumente, wissenschaftliche Literatur sowie im Rahmen eigener qualitativer und quantitativer Erhebungen gewonnener Daten.
Bis Ende 2025 traten insgesamt 4.213 Personen in ein QuB-Projekt ein. Die Teilnehmenden weisen häufig multiple Problemlagen auf, die Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung erschweren. Ein großer Teil verfügt über keinen Schulabschluss; zudem hat ein erheblicher Anteil eigene Migrationserfahrungen. Sprachliche Schwierigkeiten, negative Bildungs- und Lernerfahrungen, unzureichende berufliche Orientierung, psychische Belastungen sowie unterschiedliche Lern- und Leistungsniveaus prägen die Arbeit in den Projekten. Damit erreicht QuB insbesondere junge Menschen, deren Unterstützungsbedarfe vielfach über die Möglichkeiten regulärer Förderinstrumente hinausgehen.
Die Projektpraxis ist durch einen ganzheitlichen Förderansatz gekennzeichnet. Zentrale Elemente sind sozialpädagogische Begleitung, berufspraktisches Lernen und Sprachförderung. Seit der Förderperiode 2021–2027 sollen die Projekte zudem digitale Kompetenzen fördern sowie Angebote zur politischen Bildung und Mitbestimmung umsetzen. Darüber hinaus sollen alle Teilnehmenden mindestens ein betriebliches Praktikum pro Teilnahmejahr absolvieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Praktika für die berufliche Orientierung eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig verdeutlichen sie, dass ihre Umsetzung durch vorzeitige Projektaustritte so wie die teilweise erheblichen Unterstützungsbedarfe der Zielgruppe erschwert wird.
Die Bewertung der Projekte fällt insgesamt differenziert aus. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Teilnehmenden von den Projektmitarbeitenden mehrheitlich ernst genommen fühlten. Gleichzeitig zeigen sich im Hinblick auf die Motivation und Belastbarkeit der Teilnehmenden Hinweise auf fortbestehende Herausforderungen. Aus Sicht der Träger zählt vor allem die hohe Heterogenität der Zielgruppe zu den zentralen Herausforderungen der Umsetzung.
Auch die Verbleibsdaten verweisen auf eine gemischte, aber insgesamt relevante Förderwirkung. Unmittelbar nach Projektende konnte für knapp die Hälfte der Teilnehmenden ein positiver Verbleib in Ausbildung, Beschäftigung oder weiterführender Qualifizierung festgestellt werden. Zugleich zeigt sich, dass vorzeitige Austritte eine zentrale Herausforderung darstellen. Besonders kritisch sind dabei die hohen Abbruchquoten zu bewerten: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden beendete das Projekt vorzeitig.
Den vollständigen Bericht finden Sie zum Download rechts oben.