Projekte im ESF 

 

Erfolge aus dem Projekt „Berufsorientierung und Sprache“

Teilnehmer und Mitarbeiter  © AQA

Teilnehmer und Mitarbeiter  © AQA

Es ist eine besondere Vokabelbox, die in der Gruppe die Runde macht. Begriffe wie „duales Ausbildungssystem“, „Arbeitsvertrag“ und „Mangelberuf“ machen deutlich, was die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts „Berufsorientierung und Sprache für Menschen mit Migrationshintergrund“ in dieser Aufwärmübung tun: Gemeinsam mit ihren Coaches beschäftigen sie sich mit dem deutschen Arbeitsmarkt.

Denn neben der Beherrschung der deutschen Sprache und einer realistischen Berufsorientierung sind grundlegende Kenntnisse zum deutschen Arbeitsmarkt mitsamt seiner Besonderheiten wichtige Schlüssel zur erfolgreichen Integration in Arbeit.  Deshalb verfolgt der Main-Kinzig-Kreis mit dem Angebot „Berufsorientierung und Sprache“ das Ziel, Menschen mit Migrationshintergrund bei der Integration in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Und genau darum ging es in besagtem Projekt. Die von der Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit (AQA) in Gründau durchgeführten Seminare wurden an dezentralen Standorten im gesamten Main-Kinzig-Kreis durchgeführt. Während einer Dauer von 17 Wochen verbesserten die Teilnehmenden ihre deutschen Sprachkompetenzen und fanden heraus, wie ihre eigene, zielgerichtete Strategie für den Berufseinstieg aussehen kann und sie ihre individuellen Stärken und Kompetenzen als Erfolgsfaktoren in den Bewerbungsprozess einbringen können.

Zum Beispiel Frau R. aus Sri Lanka, 49 Jahre alt: Sie erklärt den Begriff „Altenpflege“, ein Berufsfeld, das sie sehr interessiert und indem sie ihre berufliche Zukunft sieht. Für den nächsten Schritt dorthin hat sie bereits, gemeinsam mit ihren Coaches aus dem Seminar, einen entsprechenden Lebenslauf erstellt. Gerade am Anfang jedoch standen viele Fragen. Etwa: Was waren meine bisherigen Aktivitäten im Berufsleben? Wie passt meine persönliche Berufsbiografie aus meinem Herkunftsland in den deutschen Arbeitsmarkt? Wie kann ich meinen Schul- oder Berufsabschluss in Deutschland anerkennen lassen? Und schließlich: Wo kann ich meine Fähigkeiten erfolgreich einbringen?

Um Antworten auf all diese Fragen zu finden, hatten die Teilnehmenden ein Team von erfahrenen Coaches und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Seite. Das Team orientiert sich bei der Umsetzung des modular aufgebauten Unterrichtskonzepts stets an den persönlichen Rahmenbedingungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das gemeinsame Ziel ist der Abbau von vermittlungshemmenden Faktoren durch die Reflexion der individuellen Lebenssituationen und Fähigkeiten sowie eine erfolgreiche Berufswegeplanung. Ganz am Ende des Seminars steht schließlich das Ziel der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, der Start einer Ausbildung oder der Start einer vorgeschalteten, beruflichen Qualifizierung.

„Jetzt weiß ich, was ich kann und wie ich da hinkomme, wo ich hin möchte!

Das Lerntempo und die Lerninhalte werden durch das Engagement der Teilnehmenden individuell bestimmt, denn auch außerhalb der Seminarzeiten ist das Sprachtraining über Smartphone und Internet möglich. Um ihre berufspraktische Sprachkompetenz noch weiter zu verbessern, nutzt Frau K. die innerhalb des Seminars angebotene Online-Selbstlernlösung. „Auch von zu Hause“, sagt Frau K., „lernen wir alle auch abends weiter.“ Dabei auftretende Fragen werden dann im Seminar durch die Coaches und im täglichen Kommunikationstraining innerhalb der Gruppe geklärt. So verbessern die Teilnehmenden ihr jeweiliges Sprachniveau kontinuierlich. Sobald sie eine neue Sprachniveaustufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen erreichen, erhalten sie das entsprechende Zertifikat als Nachweis.

Das Zusammenspiel von berufsorientierenden und berufsvorbereitenden Modulen, die gemeinsam erarbeitet werden, verbunden mit Sprachförderung und individuellem Coaching sorgte dafür, dass Frau K. nun mit den Rahmenbedingungen des deutschen Arbeitsmarkts vertraut ist. Sie hat ihr Ziel jetzt fest im Blick: „Ich will Altenpflegerin werden“, sagt sie, „und jetzt weiß ich, was ich kann und wie ich da hinkomme, wo ich hinmöchte!“

Seit mehr als 25 Jahren macht AQA als kommunaler Bildungsträger arbeitslose Menschen stark für den Einstieg oder die Rückkehr in das Erwerbsleben. Gemeinsam mit dem Partner Kommunales Center für Arbeit – Jobcenter und Soziales (KCA) hilft AQA Menschen dabei, ihr Leben durch Arbeit selbstbestimmt zu gestalten. Eine intensive Beratung, wirkungsvolle Qualifizierungen, ein umfassendes Ausbildungsangebot und engagiertes, qualifiziertes Personal sind dabei maßgeblich.

Die Seminare wurden vom Main-Kinzig-Kreis im Rahmen des Arbeitsmarkbudgets gefördert und über Mittel des Landes Hessen (Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration) und des Europäischen Sozialfonds finanziert.

 

Kontakt:

Sabine Farr-Bernges

s.farr-bernges@aqa.de

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