Projekte im ESF 

 

Projekt MIA aus Rüsselsheim

Gemeinsames Arbeiten von Flüchtlingen und Deutschen im Zweckbetrieb Buschcafé in Rüsselsheim (vlnr)

Gemeinsames Arbeiten von Flüchtlingen und Deutschen im Zweckbetrieb Buschcafé in Rüsselsheim (vlnr):
Rosenilda Vieira, Zahara Aba Naga, Fachanleiterin Mechtild Eyraud, Asmait Solomon, Ramona Shehzad

Migrantinnen in Arbeit

Die deutsche Sprache lernen, Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt sammeln und einer sinnstiftenden gemeinnützigen Tätigkeit nachgehen – das Projekt MIA („Migrantinnen in Arbeit“) verbindet verschiedene Förderangebote für Flüchtlinge, die alle demselben Ziel dienen: Der möglichst frühzeitigen Integration in Arbeit und Gesellschaft.

An drei Tagen in der Woche lernen die Flüchtlinge in gemeinnützigen sinnstiftenden Arbeitsgelegenheiten und in betrieblichen Praktika den deutschen Arbeitsmarkt kennen. An zwei Tagen in der Woche besuchen sie einen berufsorientierten Deutschkurs. Sie werden dabei sozialpädagogisch begleitet und erhalten ein sprach- und berufsbezogendes Kurzprofiling, also vor allem eine Übersicht darüber, welche Berufsabschlüsse und Berufserfahrungen vorliegen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem Kreis, der Bundesagentur für Arbeit und dem Jobcenter.

Das Projekt ist am 1. Oktober 2015 in gemeinsamer Trägerschaft der Initiative Arbeit im Bistum Mainz e. V. und des Diakonischen Werkes Groß-Gerau/Rüsselsheim gestartet. Zunächst galt es, potenzielle Teilnehmende für das Projekt zu gewinnen und die mit der Flüchtlingsbegleitung betrauten Sozialarbeiter und Ehrenamtlichen zu informieren. Hierzu haben die Projektverantwortlichen erste Infoveranstaltungen in Flüchtlingswohnheimen durchgeführt.

Interesse der Flüchtlinge ist groß

Ausgestattet mit Flipcharts, Bildern und Buntstiften wurden manchmal unter freiem Himmel, wenn es in der Unterkunft zu eng war, manchmal in der Lobby vor Ort die Inhalte des Projekts den potenziellen Teilnehmern vorgestellt. Und das auf Deutsch, auf Englisch, mit Zeichensprache und Piktogrammen, mit Händen und Füßen sowie, wenn möglich, mit muttersprachlichen Übersetzungen. Die Veranstaltungen haben gezeigt: Das Interesse der Flüchtlinge an Arbeit und Deutschlernen ist groß. Es wollten mehr Flüchtlinge teilnehmen, als Plätze zur Verfügung standen.

Die Flüchtlinge, die in das Projekt aufgenommen wurden, arbeiten jetzt gemeinsam mit Langzeitarbeitslosen in den klassischen Arbeitsfeldern der Tafeln, in Stadtteilpflege, Grünpflege, hausmeisterlichen Diensten und in einem Stadtteilcafé. Ausgestattet mit Fahrkarten und bei Bedarf mit Arbeitskleidung kommen die meisten Teilnehmenden pünktlich, gut gelaunt und regelmäßig zu ihren neuen Einsatzstellen. Ihre Motivation, zu arbeiten, zu lernen und sich aktiv für die Gemeinschaft einzusetzen, ist sehr hoch. Von der täglichen Praxis in den Arbeitsgelegenheiten profitiert auch der Deutschkurs, der das Arbeitsprojekt an zwei Tagen pro Woche flankiert. Täglich kommen, in enger Anbindung an den Arbeitskontext, neue Begriffe und Erfahrungen dazu. Das Projekt bietet auch für die Träger Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Die erfahrenen Anleiter lernen neu, sich auf Menschen einzustellen, die keine deutschen Sprachkenntnisse haben. Eine besondere Herausforderung sind Teilnehmer, die über keinerlei Schulbildung verfügen und nicht alphabetisiert sind. Hier gilt es, neue Ansätze und Methoden zu entwickeln, um diese Menschen zu qualifizieren und auch ihnen eine nachhaltige gesellschaftliche Integration zu ermöglichen.

Kontakt

Ulrike Cramer
Soziale Sicherung und Chancengleichheit Jugend und Schule
Fachbereichsleitung
u.cramer@kreisgg.de  

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