„ESF+ in Hessen: Praxis. Wirkung. Perspektiven“ - unter diesem Titel kamen so viele Interessierte zur ESF-Jahresveranstaltung wie nie zuvor. Rund 250 Teilnehmende besuchten am 28. September den Saalbau Gallus in Frankfurt. Etwa die Hälfte von ihnen waren Vertreterinnen und Vertreter von Bildungs- und Qualifizierungsträgern. Viele weitere Gäste kamen von Bildungseinrichtungen und aus der Verwaltung.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Ralf Hell, Mitglied im Speaker-Pool Team EUROPE DIRECT der Europäischen Kommission.
Eröffnet wurde die Jahresveranstaltung von Heike Hofmann, Hessische Staatsministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. In ihrem Grußwort betonte sie, der ESF sichere „seit 65 Jahren Beschäftigung und soziale Inklusion in Hessen“. Er sei ein Erfolg für die Europäische Kommission, für Hessen und für die Menschen. Der ESF ermögliche individuelle Förderung und Qualifizierung und erlaube es, neue Impulse für innovative Ansätze in der sozialen Arbeit zu entwickeln und umzusetzen. „Ich bin begeistert, wenn ich sehe, was wir mit dem ESF+ in Hessen gemeinsam erreichen können“, so Hofmann.
Mit Blick auf die Zukunft des ESF ab 2028 wies die Ministerin zugleich darauf hin, dass der ESF nur dann richtig wirken könne, wenn die Bedarfe der Regionen nicht vernachlässigt werden.
Patrick Paquet, Referatsleiter B4 der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, hob in seinem Vortrag die langjährige, erfolgreiche Tradition der ESF-Umsetzung in Hessen hervor. Außerdem berichtete er über das Europäische Semester 2026 und aktuelle Prioritäten der Europäischen Kommission im Bereich Beschäftigung, darunter die Skills Portability Initiative, der Europäische Sozialausweis ESPASS und die Europäische Strategie zur Armutsbekämpfung.
Um die wertvolle Arbeit, die mit dem ESF+ in Hessen ermöglicht wird, greifbar zu machen, standen im Mittelpunkt der Veranstaltung vier Praxisbeispiele aus der Förderung:
- „Innovative Pflegequalifizierung an der Frankfurt University of Applied Sciences“: Das Projekt entwickelt unter anderem neue Ansätze für eine zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit und erfolgreiche Kooperationen mit Praxispartnern.
- JUKO Marburg e.V.: Die Vertreterinnen des Vereins präsentierten erfolgreiche Strategien zur Ansprache, Motivation und Qualifizierung schwer erreichbarer junger Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung.
- PUSCH an der Brüder-Grimm-Schule in Eschwege: Am Nachmittag zeigten die Brüder-Grimm-Schule in Eschwege und die Werkstatt für junge Menschen Eschwege e. V. die erfolgreiche Umsetzung des PUSCH-Programms in Eschwege sowie Impulse zur Integration von Nachhaltigkeit und nationaler und internationaler Kooperationen in die tägliche Unterrichtspraxis.
- „I am MINT 2.0“: Das Projekt des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft e. V. begeistert junge Menschen über Peer-Group-Mentoring für naturwissenschaftlich-technische Berufe und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
Zum Abschluss gab Ulrike Thomas, Leiterin der Verwaltungsbehörde Europäischer Sozialfonds Hessen im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, einen Ausblick auf die kommende Förderperiode 2028 bis 2034. Sie skizzierte zentrale Entwicklungen und Herausforderungen für die künftige Ausgestaltung des ESF in Hessen. Trotz aller aktuellen Unsicherheiten, so Thomas, tue das Land Hessen alles dafür, dass die Förderung im ESF Hessen ab 2029 lückenlos weitergehen könne. Sie appellierte an die Träger, die Bedeutung des ESF für ihre Projektarbeit in ihren Netzwerken bekannt zu machen und dafür zu sensibilisieren, welche Auswirkungen es hätte, wenn diese Unterstützung nicht in der bisherigen Form weitergeführt werden könnte.
Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung ausreichend Raum für Austausch und Vernetzung. In den Pausen sowie beim abschließenden Networking kamen Projektträger, Vertreterinnen und Vertreter der Landesverwaltung, der Europäischen Kommission und weitere Interessierte miteinander ins Gespräch. Zudem standen die Fachleute der WIBank während der gesamten Veranstaltung an einem Informationsstand für Fragen rund um die ESF+-Förderung zur Verfügung.
Die Jahresveranstaltung machte eindrucksvoll sichtbar, wie vielfältig der ESF+ in Hessen wirkt. Von der Unterstützung junger Menschen beim Berufseinstieg über Qualifizierungsangebote für verschiedene Zielgruppen bis hin zur Fachkräftesicherung in Zukunftsbranchen trägt der ESF+ dazu bei, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit Hessens nachhaltig zu sichern.
Wir danken allen Referentinnen und Referenten, Projektträgern sowie den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern für ihre engagierte Mitwirkung und den konstruktiven Austausch.
Die bei der Jahresveranstaltung gezeigten Präsentationen finden Sie rechts zum Download.